Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsmanagement
Universitätskurs

Nach Absolvierung des Universitätskurses „Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsmanagement“ verfügen die Teilnehmer_innen einerseits über ein grundlegendes Fachwissen zu umwelt- und sozialrelevanten Zusammenhängen, die nachhaltige Produktentwicklung nötig machen. Andererseits haben sie einen guten Gesamtüberblick über technische und biologische Kreisläufe und komplexe Problemzusammenhänge. Damit können sie Organisationen bei der Umsetzung entsprechender Strategien unterstützen und spezifisches Know-how einbringen.

Dauer und Gliederung

Insgesamt dauert der Kurs 10 Wochen und entspricht 296 Kontaktstunden, d.h. das Stundenausmaß pro Woche umfasst ca. 32 Stunden.

Kurszeiten:

Montag – Donnerstag: 08:00-12:00, 13:00-17:00
Freitag: 08:00-12:00

Zugangsvoraussetzungen

  • AkademikerInnen und Akademiker aller Studienrichtungen
  • sowie Personen mit vergleichbarer Qualifikation (über die Vergleichbarkeit entscheidet im Einzelfall die wissenschaftliche Leitung)
  • Nachweis über eine mehrjährige Managementerfahrung inklusive Führungs- und Projekterfahrung (anhand CV + Dienstzeugnissen)

Die Anmeldung zum Kurs erfolgt über Ihre/n AMS Berater/in.

Lehrveranstaltungstypen

Im Lehrplan werden folgende Lehrveranstaltungstypen angeboten:

Vorlesungen (VO): Lehrveranstaltungen, bei denen die Wissensvermittlung durch Vortrag der Lehrenden erfolgt. Die Prüfung findet in einem einzigen Prüfungsakt statt, der mündlich oder schriftlich oder schriftlich und mündlich stattfinden kann.

Kurse (KS): Lehrveranstaltungen, in denen die Studierenden die Lehrinhalte gemeinsam mit den Lehrenden erfahrungs- und anwendungsorientiert bearbeiten.

Übungen (UE): Übungen haben den praktisch-beruflichen Zielen zu entsprechen, darin sind konkrete Alle unter b. bis d. genannten Lehrveranstaltungstypen gelten als Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter.

Kursinhalte im Detail

Lehrveranstaltungstitel Typ ECTS Kstd.
A1 EU-Standards & Entwicklungstrends bei Nachhaltigkeit VO 12
A2 Grundlagen & Methoden der Kreislaufwirtschaft KS 12
A3 Betriebliches Umwelt – & Nachhaltigkeitsmanagement VU 18
A4 Zirkuläre Wertschöpfung und Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft VU 18
A5 Good Practices VU 18
A6 Circular Design UE 18
A7 Konsumentinnen- und Konsumentenverhalten KS 12
A8 Ressourcenschonende Werkstoffe der Zukunft KS 12
A9 Alternative Unternehmensfinanzierung VU 12
A10 Potential im eigenen Unternehmen VU 24
A11 Qualitätsmanagement UE 12
A12 Business English UE 24
Abschlussevaluation 1
Abschlussprüfung 3
Gesamtsumme 8 195
Begleitende Veranstaltungen
Mentoring 4
AKI (Aktivzeit individuell) 70
WSC (Workshop-Center) ergänzende Pflichtveranstaltung 30

Aktivzeit individuell:

In dieser Zeit sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Bewerbungstätigkeiten aktiv fortsetzen, sich auf Prüfungen vorbereiten und an Seminararbeiten, Präsentationen arbeiten. Ausgebildetes Personal steht für Fragen jederzeit zur Verfügung. Erweitert wird dieses Angebot durch optionale Kurzvorträge inkl. Diskussion mit externen Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft, Öffentlichen Verwaltung usw.

Ergänzende Pflichtveranstaltungen WSC:

  • Kommunikation und Bewerbungsmanagement, 30 UE
  • Kommunikation (u.a. Kommunikationsmodelle, Grundlagen, Gewaltfreie Kommunikation)
  • Gender & Diversity (u.a. Umgang mit Interkulturalität)
  • Social Requirements (u.a. Erwartungshaltung von Unternehmen)
  • Arbeitsmarkt (u.a. AMS-Jobportal, Trends, aktuelle Berufsbilder)
  • Bewerbungstechniken (u.a. Analyse Bewerbungsunterlagen, Kompetenzprofil)
  • Videoanalysen (u.a. Video Aufnahmen und Analysen von Bewerbungssituationen
  • Tests/Assessments (u.a. Tests/AC im Bewerbungsprozess, verschiedene Arten von Tests)
  • Chancen überregionaler Mobilität (u.a. Erschließung überregionaler Arbeitsmärkte)
  • Frauenspezifische Angebote (welche speziellen Angebote gibt es für Frauen)

Abschlussprüfung:

Die Abschlussprüfung ist eine schriftliche Gesamtprüfung. Sie kann erst absolviert werden, wenn alle
Prüfungsfächer des Universitätskurses positiv absolviert wurden. Gegenstand der Abschlussprüfung sind alle Lehrveranstaltungen von 1 bis einschließlich 12.

Detailinformationen zu den Kursinhalten

A1 EU-Standards & Entwicklungstrends bei Nachhaltigkeit

Wir sind auf unternehmerischer, gesellschaftlicher und globaler Ebene mit einer Reihe von Herausforderungen, konfrontiert: Abfall, Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verteilungsgerechtigkeit, Verlust der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig geben unsere Volkswirtschaften Rahmenbedingungen vor, die nicht (alle sofort) geändert werden können. Kreislaufwirtschaft kann einen Teil zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen. In dieser Die Teilnehmer_innen erkennen mit dieser LV wie Unternehmen durch Wiederverwendung und Recycling von Produkten Wert schaffen können. Sie können das bestehende Wirtschaftssystem im Rahmen der rechtlichen Rahmenbedingungen und politischen Strategien beleuchten und schließlich eigene Ableitungen für Anwendungen Unternehmen in Österreich formulieren.

Inhalte:

  • Was bedeutet Kreislaufwirtschaft?
  • Entwicklung und Entstehung in Österreich
  • Rechtslage in Österreich
  • Rohstoffbedarf und Umweltwirkungen
  • Politische Strategien zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft in der EU
  • Schlussfolgerungen für die Anwendung in Österreich

A2 Grundlagen & Methoden der Kreislaufwirtschaft

Diese Lehrveranstaltung beleuchtet die logistischen und organisatorischen Aspekte sowie technische und naturwissenschaftliche Anforderungen der Kreislaufwirtschaft und deren unternehmensspezifische Umsetzungsmöglichkeiten. Die Teilnehmer_innen wissen danach über die Planungstechniken für Methoden und Techniken der Kreislaufwirtschaft Bescheid und können diese spezifisch definieren.

Inhalte:

  • Grundlegende Prinzipien
  • Ansätze und Instrumente der Kreislaufwirtschaft
  • Abfall: Vermeidung, Wiederverwendung, Rückgewinnung, Verwertung, Beseitigung
  • Lebensmittel: Vermeidung, Verteilung an Bedürftige, Futtermittel für Vieh, Kompostierung, Beseitigung
  • Profiteure: Umwelt und Wirtschaft
  • Ökologischer & Ökonomischer Nutzen
  • Planung und Steuerung

A3 Betriebliches Umwelt – & Nachhaltigkeitsmanagement

In dieser Lehrveranstaltung wird veranschaulicht, worin betriebliches Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement besteht und welche Funktionen, Denkmuster und Instrumente dem sozioökonomischen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement zugeordnet werden können. Dabei werden vier Sichtweisen beleuchtet: die marktorientierte, die normenorientierte, die interessenpolitische und die kooperative Sichtweise.
Die Teilnehmer_innen erwerben die Kompetenz, eine systemische Sichtweise in unterschiedlichen Wirtschaftskontexten zu entwickeln: Sie können Zusammenhänge analysieren, diese bewerten und in Unternehmensstrategien im Kontext der Kreislaufwirtschaft integrieren.

Inhalte:

  • Implementierung auf Unternehmensebene
  • Implementierung auf regionaler/ städtischer Ebene
  • Nationale Förderung von Kreislaufwirtschaft
  • Erfolgsfaktoren, Kritische Faktoren, Ressourcen Potentiale

A4 Zirkuläre Wertschöpfung und Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft

Das gegenwärtige lineare Wirtschaftsmodell hat im vergangenen Jahrhundert eine Reihe von Problemen erzeugt, deren Lösung auf nachfolgende Generationen verschoben wurde. Eine zirkuläre Wertschöpfung beinhaltet eine grundlegende Neubetrachtung der Beziehungen zwischen Märkten, Kunden und natürlichen Ressourcen. Somit kann grundlegenden Bedrohungen begegnet werden und darüber hinaus eröffnen sich für Unternehmen zudem neue Chancen. Die Teilnehmer_innen lernen Geschäftsmodelle kennen und können deren Vor- und Nachteile unter Berücksichtigung von Aspekten der Kreislaufwirtschaft definieren.

Inhalte:

  • Verschiedene Geschäftsmodelle in einer Kreislaufwirtschaft
  • Zusammenhänge der umwelt- und sozialrelevanten Aspekte einer notwendigen nachhaltigen Produktentwicklung

A5 Good Practices – Kreislaufwirtschaft

Anhand besonderer Unternehmensbeispiele erfahren die Teilnehmer_innen verschiedene Umsetzungsvarianten im nationalen und internationalen Bereich im Bereich Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Sie beleuchten die jeweils vorgenommenen strategischen Planungen und Umsetzungsschritte und können deren Ergebnisse bewerten.
Damit erwerben sie erste Kompetenzen, im eignen Unternehmen Chancen und Möglichkeiten zu erkennen und eine passende Strategie zur Umsetzung zu entwickeln.

Inhalte:

  • Best und Good Practices
  • Österreichische Unternehmensbeispiele
  • Internationaler Unternehmensbeispiele

A6 Circular Design

Circular Design ist ein Konzept zur Mitgestaltung der neuen, regenerativen Kreislaufwirtschaft der EU, das 2015 initiiert wurde. Es fasst verschiedene Strategien zusammen, die es ermöglichen, Produkte für eine Wieder- oder Weiternutzung zu gestalten. „Cradle to Cradle“ ist dabei eines der bekanntesten Konzepte. Dabei wird vorausgesetzt, dass das Produkt ganz oder teilweise in Kreisläufen zirkulieren kann. Um das zu ermöglichen, müssen die Produkte bereits von Beginn an anders entwickelt werden. Die Teilnehmer_innen kennen nach dieser LV die wichtigen Grundlagen des Circular Design, um selbst bei der Entwicklung solcher Produkte mitgestalten zu können.

Inhalte:

  • Produktdesign im Sinne der Kreislaufwirtschaft
  • Ableitung der wichtigen Circular Design Prinzipien „inspired by nature“

A7 Konsumentinnen- und Konsumentenverhalten

Die Teilnehmer_innen erhalten einen detaillierten Einblick in die Vorgänge und Prozesse, die dem menschlichen Entscheidungsverhalten, speziell dem Nachfrageverhalten, zugrunde liegen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in moderne Vertriebskonzepte einfließen, die verantwortungsvolles und bewusstes Einkaufsverhalten bewirken. Die Teilnehmer_innen verstehen das Entscheidungsverhalten der Konsumenten und wissen, wie dieses in ihre unternehmerischen Entscheidungen eingebunden werden kann.

Inhalte:

  • Psychologische Grundsätze
  • Entscheidungsverhalten
  • Nachfrageverhalten
  • Individualkonsument – Betriebliches Kollektiv

A8 Ressourcenschonende Werkstoffe der Zukunft

Im Zentrum dieser Lehrveranstaltung steht die Frage nach nachwachsenden Werkstoffen, die in der Region gewonnen und verwertet werden können. Beleuchtet werden die geeigneten Voraussetzungen und deren Realisierbarkeit sowie Alternativen zu herkömmlichen Werkstoffen. Die Teilnehmer_innen kennen Vor- und Nachteile verschiedener Werkstoffe und spezifische Entscheidungsfaktoren für deren Auswahl.

Inhalte:

  • Abfall, Elektroschrott und Plastik
  • Holz, Wasser, Sonne, Pilze, Mikroalgen
  • Eisen, Stahl, Kupfer, Gold, Silber, Lithium, Uran
  • Gallium, Neodym, Indium
  • Seltenen Erden: Germanium, Scandium, Platin, Tantal, Silber, Zinn und Kobalt, Yttrium, Kobalt, Wolfram, Lithium und Selen

A9 Alternative Unternehmensfinanzierung

Unternehmen, die sich der Kreislaufwirtschaft bzw. einem verantwortungsvollen Management verschrieben haben, sehen sich oft mit Herausforderungen im Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten konfrontiert. Reine Profitorientierung ist oft nicht erwünscht, eine schonende und nachhaltige Gewinnmaximierung unter Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaftsprinzipien wird langfristig angestrebt. In dieser LV werden alternative Finanzmanagement-Themen wie Crowd-Funding oder Impact-Investment diskutiert und das Know-how dazu anhand von Beispielen vertieft. Die Teilnehmer_innen können Vor- und Nachteile verschiedener Finanzierungsmethoden für ein Nachhaltigkeitsprojekt darlegen.

Inhalte:

  • Crowd Funding
  • Förderungen
  • Impact Investment

A10 Potential im eigenen Unternehmen

Die Teilnehmer_innen lernen anhand eines konkreten Unternehmens Optimierungspotential zu definieren und anzusprechen. Sie erstellen dabei ein praxisrelevantes Konzept zur Identifizierung und Realisierung eines Beispiels aus der Kreislaufwirtschaft.

Inhalte:

  • Methoden zur Bedarfserhebung und Konzeptentwicklung

A11 Qualitätsmanagement

Das Erfüllen von Anforderungen der Kunden und Lieferanten sowie der gesetzlichen und behördlichen Vorgaben ist stets zentrales Erfordernis des Qualitätsmanagements. Hinzu kommt die Anforderung an Management, Führungskräften und Mitarbeiter_innen in Unternehmen und Organisationen, sich auf kreislaufwirtschaftliche Vorgänge zu fokussieren und ihre zukünftige Produktentwicklung darauf auszurichten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkennen in dieser Lehrveranstaltung wie Qualitätsmanagement bei der Ermittlung von Produktstrategien in den Prozessen gut unterstützen kann und welche gewinnbringenden Instrumente es dafür gibt.

Inhalte:

  • QM und QS in Verbindung mit Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsmanagement
  • Hilfreiche Tools und Apps für Qualitätsmanagement

A12 Business English

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich in geschäftsrelevante Themen einbringen und entwickeln ihre persönlichen Sprachfertigkeiten im beruflichen Umfeld weiter.

Inhalte:

  • Business Small Talk (Gesprächsführung in verschiedenen Situationen)
  • Grammatik und Sprache in anspruchsvoller Konversation korrekt einsetzen
  • Fachspezifisches Vokabular für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeitsmanagement

Zuteilung von ECTS-Anrechnungspunkten

Allen von den Teilnehmenden zu erbringenden Leistungen werden ECTS-Anrechnungspunkte zugeteilt. Mit diesen ECTS-Anrechnungspunkten ist der relative Anteil des mit den einzelnen Studienleistungen verbundenen Arbeitspensums zu bestimmen. Das Arbeitspensum umfasst den Selbststudienanteil und die Kontaktstunden. Die Anerkennung der ECTS-Punkte kann ausschließlich für den postgradualen Bereich verwendet werden.
Für den gesamten Universitätskurs werden 8 ECTS vergeben.

Zertifikat

Nach erfolgreichem Abschluss des Universitätskurses (siehe § 5 Prüfungsordnung des Mitteilungsblattes) erhalten die Absolventinnen und Absolventen von der Karl-Franzens-Universität Graz das Zertifikat zum Universitätskurs „Digitalisierungsmanagement“. Zusätzlich wird eine Teilnahmebestätigung vom Akademiker_innenzentrum Wien überreicht.

Auszug aus dem § 5 Prüfungsordnung
Für den positiven Abschluss des Universitätskurses müssen alle Lehrveranstaltungen erfolgreich absolviert werden. In Summe muss eine Anwesenheit von mindestens 80 % im Universitätskurs gegeben sein.

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